Von Veränderungen, Entschuldigungen und Neuanfängen

Hallo, meine Lieben.

Dies hier ist der wohl schwierigste Beitrag, den ich je für meinen Blog geschrieben habe. Ich habe wirklich Angst davor, denn ich weiß nicht, wie ich die richtigen Worte finden soll. Mir ging kürzlich sogar der Gedanke durch den Kopf, ihn gar nicht zu schreiben und einfach ausfallen zu lassen. Ich habe versucht, Ausreden zu finden, wieso er überflüssig sein könnte, aber im Endeffekt bin ich ihn Euch einfach schuldig. Auch wenn ihn vermutlich allzu viele Menschen lesen werden, hoffe ich doch auf ein wenig Verständnis. Also fange ich jetzt einfach mal an ...

"Lauras-Lesezeiten" begleitet mich nun schon seit über 2 Jahren, hat mir in dieser Zeit viel Spaß und Freude gebracht und mich immer wieder mit Stolz erfüllt. Es gab eine Zeit, da habe ich das Lesen und Rezensieren so sehr geliebt, dass ich mir sicher war, dass mich dieser Blog ein Leben lang begleiten wird, dass das hier immer mein großes Hobby bleiben und mich dieser Blog immer von allen anderen unterscheiden wird. Und trotzdem kam der 27. Oktober 2016 und damit mein letzter Post für fast fünf Monate. Überraschend und vollkommen erklärungslos. Warum? Das versuche ich Euch (und mir selbst) jetzt einfach mal zu erklären.


Zwei Wochen vor dem 27. Oktober war ich tatsächlich noch auf der Buchmesse in Frankfurt und habe zwei der schönsten Tage meines Lebens verbracht: Ich konnte alle möglichen Bloggerfreunde endlich mal persönlich kennenlernen, viele tolle Neuerscheinungen für 2018 auskundschaften und Autoren live aus ihren Bestsellern lesen hören. Ich habe auch viel Geld ausgegeben und bin mit vier oder fünf neuen Büchern nach Hause gegangen, was mir aber ein total großes schlechtes Gewissen bereitet hat. Um ehrlich zu sein, war nämlich schon zu diesem Zeitpunkt vieles anders.

Ich möchte jetzt nicht allzu sehr in's Detail gehen, denn ich wollte Blog und Privates immer getrennt voneinander behandeln, aber in meinem Leben hat es eben viele Veränderungen gegeben. Angefangen hat das dabei, dass ich jetzt in die Oberstufe gehe und jede einzelne Note für mein Abitur zählt, was natürlich für viel Stress sorgt. Wichtiger aber noch waren neue Beziehungen und Freundschaften, die teilweise schon wieder zu Bruch gegangen sind, bis hin zu neuen Erfahrungen und Hobbys, die ich hingegen nie mehr missen möchte.

Alles in allem war es eine aufregende und prägende Zeit, in der ich vor allem sehr viel über mich selbst gelernt habe. Ich weiß jetzt besser als je zuvor, was ich eigentlich will, und habe meine Einstellungen in manchen Bereichen geändert und werde sie wohl noch weiter ändern. Beispielsweise höre ich jetzt viel mehr Musik, mache mehr Sport und verbringe mehr Zeit mit Freunden als früher. Auch wenn das nur kleine Veränderungen sind, seht ihr sicher, dass ich jetzt andere Ziele habe: Spaß auch in anderen Dingen neben dem Lesen finden; so wenig wie möglich alleine sein; mehr im Hier und Jetzt leben; usw.

Okay, das klingt jetzt etwas dramatisch, aber das ist es eigentlich gar nicht. Ich war schon immer sehr zufrieden mit meinem Leben, aber Abwechslung kann ja auch nicht schlecht sein. Ich hatte nur eben leider keine Blogbeiträge vorbereitet und konnte ja nicht ahnen, was kommen wird, also kam es zur angesprochenen unangekündigten Pause.

Allerdings war das Lesen selbst in diesem Abschnitt ein Teil von mir, wenn auch ein Kleinerer. Auch wenn es manchen Menschen unverständlich ist und absurd oder unnötig erscheint, liebe ich es immer noch, von fremder Menschen Schicksalen zu lesen, mich in fiktive Welten entführen zu lassen und den Alltag gänzlich auszublenden.

Ich konnte halt eben in dieser Zeit nur noch wirklich gute Bücher lesen. Ich habe viele Geschichten angefangen, aber auch viele abgebrochen, was untypisch für mich ist. Absolute Highlights und 5-Sterne-Bücher habe ich nach wie vor innerhalb weniger Tage beenden können, aber dann gab es auch wieder Wochen, in denen ich einzige keine Seite gelesen habe. Da war es natürlich nur logisch, dass ich auch nur noch die Bücher zur Hand genommen habe, auf die ich wirklich große Lust hatte, wie z.B. langersehnte Neuerscheinungen, und mich zu nichts mehr gezwungen habe.

Ich habe auch keine Rezensionen mehr geschrieben, denn um ehrlich zu sein, habe ich die schon manchmal mehr als Pflicht denn als Freude empfunden.
Daher möchte ich diesen Beitrag hier auch nutzen, um mich bei einigen Verlagen zu entschuldigen, die mir vor Monten kostenfreie Rezensionsexemplare zugendet haben und bis heute keine Gegenleistung erhalten haben. Das tut mir wirklich leid und ist mir auch mehr als unangenehm, aber natürlich werde ich mein Möglichstes tuen, um dies nachzuholen und wieder gut zu machen.

Apropos Entschuldigungen: Neben Lesern und Verlagsmitarbeitern haben auch meine Bloggerkollegen eine Entschuldigung verdient. Die lange Funkstille tut mir leid, denn wir Blogger müssen einfach zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen. Aber bitte glaubt mir, wenn ich sage, dass ich Euch nicht vergessen habe. Im Gegenteil: Ich war weiterhin als stille Mitleserin da und habe eben nur nicht mehr so viel kommentiert. Da ich aber auch den Austausch vermisse, freue ich mich, in nächster Zeit wieder aktiver bei Euch rumzustöbern.


Und jetzt stellt sich natürlich nur noch die Frage, wie es ansonsten weitergehen soll und wie ich mir die Zukunft dieses Bloges vorstelle.
Ich denke, durch die zwei Beiträge diesen März  ist erstmal klar geworden, dass ich nicht komplett aufhören möchte. "Lauras Lesezeiten" bedeutet mir einfach viel zu sehr, als das ich es aufgeben könnte, und deshalb habe ich Euch auch gleich mal eine top Neuerscheinung ("Der Glanz der Dunkelheit") rezensiert, um mich gebührend zurückzumelden.

Und ich habe auch schon viele weitere Post geplant, allerdings weiß ich noch nicht, wie die Umsetzung funktionieren wird.

Denn das ist der springende Punkt: Ich möchte mich nicht mehr so unter Druck setzen und werde deshalb auch keine Versprechungen mehr machen. Ich denke, nur so ist es möglich, dass ich irgendwann wieder zu meinem normalen Blogalltag zurückkehren kann.

Mein Lesevolumen steigere ich momentan wieder, aber ich bin noch lange nicht wieder bei fünf Büchern pro Monat angelangt und möchte das ja auch gar nicht. Das bedeutet aber, dass die gewohnten sechs  monatlichen Blogbeiträge unmöglich sind. Ich könnte mir jetzt vornehmen, stattdessen eben drei oder vier pro Monat zu posten, aber auch das werde ich nicht tun. Hätte ich mich nie zu soetwas verpflichtet, wäre es nämlich vermutlich auch nie zu dieser langen Pause gekommen.

Zum Ende dieses Beitrages muss ich mir - und Euch - nämlich einfach eingestehen, dass ich kein Mensch bin, der gut mit Druck leben kann. Ich weiß noch nicht so richtig, was das zur Folge haben wird, aber ich werde jetzt einfach erstmal versuchen, mir alles so leicht wie möglich zu machen.
Das heißt z.B., dass ich ab jetzt keine Bilder mehr selbst machen werde (das oben ist schon älter). Das Fotografieren empfand ich immer als sehr anstrengend und ich war nie zufrieden mit den Ergebnissen, deswegen werde ich es ab jetzt vermeiden. Ich habe mir noch keine Gedanken über die Alternativen gemacht, aber mir wird schon noch etwas einfallen. Auf jeden Fall wird auch mein Instagramaccount weiterhin still gelegt bleiben, denn er war schon lange eine Last für mich und diente eigentlich nur zu Werbezwecken für den Blog. Wir werden sehen, ob ich ihn je wieder aktivieren werde ...


So, und damit bin ich wohl am Ende dieses Beitrages angelangt. Es gäbe zwar noch einiges zu sagen, aber er ist eh schon viel zu lang genug geworden. Ich hoffe einfach, dass mir der ein oder andere verzeihen wird können und als Leser zurückkommt. Ansonsten kann ich jetzt wohl nichts mehr anderes schreiben als:
Eure Laura

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